Analogkäse
Analogkäse – billige Verbrauchertäuschung?
Analogkäse - sieht aus wie Käse, schmeckt wie Käse, enthält aber oft keinerlei Milchbestandteile. Dieses Ersatzprodukt findet Verwendung für manches Fertiggericht oder Imbissangebot.
Pflanzenfett, Eiweiß und Aromastoffe
Nach Käseverordnung ist Käse ein frisches oder in verschiedenen Graden der Reife befindliches Erzeugnis, das aus dick gelegter Milch hergestellt wird. Beim Dicklegen wird das Eiweiß Kasein aus der Milch ausgefällt. Aus dieser Masse entstehen nach verschiedenen Reifungsvorgängen Hartkäse wie Parmesan, Schnittkäse wie Gouda oder Weichkäse wie Brie.
Im Gegensatz dazu besteht Analog-, Kunstkäse oder Käseimitat aus Wasser, Milch- oder Bakterieneiweiß, Pflanzenfett und Aromastoffen. Darüber hinaus gibt es auch Mischungen aus herkömmlichem Käse und Analogkäse. In Deutschland werden jährlich ca. 100.000 Tonnen Kunstkäse produziert. Die Kostenersparnis gegenüber konventionell hergestelltem Käse liegt bei etwa 40 Prozent Das Käseimitat muss nicht reifen und ist sehr hitzestabil. Deshalb wird es laut Lebensmittelkontrolleuren vor allem in Pizzerien, Schnellimbisseinrichtungen und Bäckereien eingesetzt.
Auf Tiefkühlpizza wurde kein Analogkäse gefunden, wie Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg in „Zeit Wissen“ bestätigt (Die Zeit, Zeit Wissen, Nr. 5, August/September 2009, S.19), dennoch wollen Anbieter für mehr Transparenz sorgen und führen Gütesiegel ein. So steht z. B. seit September 2009 das neue Wagner Sorgfalts-Prinzip auch für Käse aus 100 Prozent Kuhmilch. Analysen von Lebensmittelprüfern des Instituts Fresenius überwachen die Einhaltung dieses Gütesiegels.
Gesundheitlich unbedenklich
Eine Gefahr für die Gesundheit ist Analogkäse nicht, auch wenn die Techniker Krankenkasse die Verwendung von Geschmacksverstärkern und die mögliche Entstehung von Transfetten kritisiert. Für Vegetarier und Menschen mit Lactoseintoleranz könnten Analogkäseprodukte sogar eine willkommene Alternative sein.
Unzureichende Kennzeichnung
In der Kritik steht Analogkäse wegen der unzureichenden Kennzeichnung. Bei Fertigprodukten gibt die Zutatenliste in aller Regel Aufschluss über die Verwendung des Ersatzstoffes. Im Restaurant oder beim Imbissstand fehlen zumeist entsprechende Hinweise. In diesen Fällen handelt es sich um Täuschung des Verbrauchers. Deshalb fordern Verbraucherschützer einen ganz neuen Begriff für Analogkäse, denn jedes Produkt, das mit dem Wort „Käse“, also auch Analogkäse, gekennzeichnet wird, muss konventionellen Käse enthalten.
Tipp
Es lohnt sich, Zutatenlisten genau zu studieren oder gegebenenfalls nachzufragen, welcher Käse in dem jeweiligen Produkt enthalten ist. Viele Hersteller, Gastronomen und Caterer (wie z.B. Aramark) verzichten auf den Einsatz von Käseimitaten. Analogkäse kann sich übrigens hinter folgenden Werbeaussagen verbergen:
Pizza-Mix, Gastro-Mix
Pizza Topping
Streichkäse
Käse zum Braten oder Grillen
Weißkäse – Typ griechischer Feta
Pizzaexperten