13. aid-Forum: Mehr als wir verdauen können
Strategien zum Umgang mit der Informationsflut

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- 13. aid-Forum in Bonn
Am 19. Mai 2010 veranstaltete der aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz e.V. im Wissenschaftszentrum Bonn sein 13. Forum unter dem Titel: „Mehr als wir verdauen können“. Psychologen, Soziologen und Pädagogen diskutierten mit den ca.300 Teilnehmern „Strategien zum Umgang mit der Informationsflut“ im Ernährungsbereich. Kernpunkt war die Frage, ob die vielen und oft widersprüchlichen Informationen für den Verbraucher einen Nutzen haben und wie Wissen und Handeln in Einklang gebracht werden können.
Ernährungskompetenz ist eine kulturelle Kernkompetenz und muss bereits in Schulen gefördert werden. Schon im frühen Lebensalter gilt es, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Handeln, Verhalten und Einstellungen zu berücksichtigen. Letztere sind vor allem von der eigenen alltäglichen Nahrungszubereitungspraxis abhängig.
Trotz aller Kritik an der Informationsflut gibt es auch positive Effekte der bisherigen Ernährungskommunikationspraxis wie z.B. die weiter steigende Lebenserwartung. Aufklärung über Gesundheitsrisiken kann erfolgreich sein wie die Nichtraucherkampagne gezeigt hat. Sie braucht allerdings einen langen Atem und muss so angelegt sein, dass jeder einzelne sein persönliches Risiko wahrnimmt. Die Schwierigkeit, positive Ergebnisse durch Informationen zu erzielen, liegt auch darin, dass sich Ernährung im Spannungsfeld zwischen Schlaraffenland und gesundheitsorientierter Askese vollzieht.
Das fast unüberschaubares Produktangebot und ein Alltag im Nahrungsmittelüberfluss zwingen den Verbraucher permanent auszuwählen. Bei der Entscheidung helfen Bauchgefühle und Intuition oftmals mehr als umfangreiches Wissen und viele Informationen. Diese überraschende Tatsache beruht darauf, dass auch die natürlichen Ratgeber zumeist auf cleveren Faustregeln und einfachen Vorhersageverfahren beruhen. Positives Denken hingegen führt noch nicht zum klugen Handeln. Erst die Strategie der „mentalen Kontrastierung von Zukunft und Realität“ ermöglicht eine erfolgreiche Zielverwirklichung: Menschen, die ihre Wünsche mit der Realität vor ihrem geistigen Auge konfrontieren, sind – so zumindest die Forschungsergebnisse – in der Lage, viel versprechende und realisierbare Ziele erfolgreich umzusetzen.
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